Rezension: „Gegenspiel“ (2)

Jeder ehrgeizige Schach-Amateur stellt sich die Frage: „Was spiele ich mit Schwarz?“ Zur erfolgreichen Beantwortung dieser Frage dürfte das im Oktober 2011 im Verlag ChessCoach erschienene Buch Reinhold Rippbergers: „Gegenspiel, Ein dynamisches Schwarzrepertoire“ (273 Seiten, broschiert, Euro 23,80) beitragen.

Das Buch stellt das Pendant zu Ripperger: „Anzugsvorteil“ dar. „Gegenspiel“ ist insbesondere für denjenigen Schachjünger geschrieben, der – aus welchen Gründen auch immer – kein umfangreiches Eröffnungsstudium absolvieren kann beziehungsweise will. So empfiehlt der Autor (Jahrgang 1954 und seit fast 30 Jahren erfolgreicher Trainer) auf jeden ersten weißen Zug 1…e6 zu spielen. Man landet dann nach 1.e4 in der Französischen Verteidigung oder strebt nach 1.d4 e6 2.c4 f5 den „Modernen Stonewall“ an. Man hat es also nur mit zwei Eröffnungssystemen zu tun, die auch noch miteinander verwandt sind.

Rund 187 ausführlich kommentierte Musterpartien, davon rund zwei Drittel „Französische“, werden Sie in die Feinheiten der beiden Systeme einführen. Genauso übersichtlich wie der Buchaufbau erscheinen die zahlreich in die Partien eingearbeiteten Diagramme. Wohl aus pädagogischen Gründen lässt der Autor jeweils Schwarz alle Musterpartien gewinnen. Zur Abrundung tragen 100 Testaufgaben bei, die den Stand des erworbenen Wissens kontrollieren. Beides Prima!

Fazit: Ein absolut empfehlenswertes Buch, welches das ökonomische Prinzip beachtet und damit den ambitionierte Partiespieler in die Lage versetzt, sich ein komplettes Schwarzrepertoire mit geringem Zeitaufwand anzueignen.

Heinz Däubler, Der Neue Tag, Ausgabe 285/2011 (10./11. Dezember 2011), S. 50

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