Schachgeschichte im Geburtsort des Skatspiels

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Die Chaturanga-Produkte erfreuten sich auch bei der Kauf- und Tauschbörse großer Beliebtheit. (Foto: Dr. Michael Negele)

Das thüringische Altenburg ist eine traditionelle Spielestadt. In der über tausend Jahre alten Residenzstadt wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts das Skat erfunden. Wenig überraschend stellen Kartenspiele einen Schwerpunkt des Museums dar, das sich in den prunkvollen Räumen des ehemaligen herzoglichen Schlosses befindet.

Anfang November stahl aber zumindest für wenige Stunden das Schachspiel den Spielkarten die Schau. In der Zeit vom 4. bis zum 6. November fand in Altenburg das traditionelle Meeting der Chess Collectors International statt, wie bereits zweimal in den letzten Jahren zusammen mit der Ken Whyld Association & Foundation for the Bibliography and History of Chess.

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Der Veranstaltungsort, Schloss Altenburg.
(Foto: WikiABG – CC BY-SA 2.5 von Wikimedia Commons)

Diese Treffen mit ihren wissenschaftlichen Vorträgen, dem reichhaltigen kulturellen Programm und der beliebten Kauf- und Tauschbörse sind Fixpunkte im Jahreskalender beider Gruppierungen. Sie stellen die ideale Gelegenheit dar, mit Gleichgesinnten ins Gespräch zu kommen, Neuigkeiten zu erfahren und natürlich das eine oder andere Buch oder Spiel zu erwarben. Und so waren auch 2016 wieder viele bekannte Schach- und Brettspielexperten anwesend, darunter mit Prof. Friedrich-Karl Hebeker, Prof. Bernd-Peter Lange, Nicholas Lanier und Siegfried Schönle vier Autoren des Verlags Chaturanga.

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Zwei der prominentesten Gäste der Tagung: Großmeister Dr. Helmut Pfleger (links) und DSB-Präsident Herbert Bastian (Foto: Dr. Michael Negele)

In seinem Vortrag „Das ‚Phantom‘ Elijah Williams – Chancen und Grenzen der Schachgeschichtsforschung“ verdeutlichte Caissa-Herausgeber Dr. Mario Ziegler am Beispiel des heute weithin vergessenen englischen Meisterspielers Elijah Williams die Probleme, mit denen Schachhistoriker konfrontiert werden: Lückenhafte und oft einseitige Quellen, teilweise unkritisch immer weiter übernommene Irrtümer in der Literatur, eine sehr unzureichende Vernetzung der modernen Forschung. In diesem Zusammenhang konnte es nicht ausbleiben, auf Caissa als eine aktuelle Publikation hinzuweisen, die zumindest ansatzweise diesen Schwierigkeiten entgegenwirken kann.

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Dieses Denkmal ist dem Kartenspiel gewidmet – vermutlich weltweit als einziges. (Foto: Dr. Michael Negele)

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